Trilinguales Familienchaos

Das dauernd schlechte Gewissen als Mama

Es lauert wirklich überall Ob am Nachmittag, wenn ich – leicht überfordert vom Haushalt – mein Kind einfach für zwei Folgen Paw Patrol vor den Fernseher setze. Wenn ich die Tüte Gummibärchen auf das Laufband der Supermarktkasse knalle, nur damit das Gequengel endlich aufhört. Wenn ich eigentlich etwas Gesundes kochen wollte, aber am Ende nur Spaghetti mit Tomatensauce auf dem Tisch landen.

Dieses Gefühl nennt sich das schlechte Gewissen als Mutter. Seit ich Mama bin, ist es mein ständiger Begleiter – leise, aber präsent.


Wenn Selbstzweifel den Alltag bestimmen

Erst letztens habe ich mich dazu durchgerungen, mein Kind ganztags in den Kindergarten zu schicken. Ich brauchte Zeit, um den Haushalt zu erledigen und mich von der schlaflosen Nacht mit Baby und Kleinkind zu erholen. Zur Verteidigung: Mein Kind liebt den Kindergarten.

Doch kaum gönne ich mir einen kalten Kaffee und scrolle durch die News, da schlägt mir ein Artikel entgegen:
„Wie schädlich Ganztags-Fremdbetreuung im frühen Alter wirklich ist.“
Danke, Google. Offenbar kann der Algorithmus inzwischen Gedanken lesen.


Instagram-Mamas und das perfekte Leben

Meine Internet-Bubble liefert den nächsten Beitrag zur Schlechtes-Gewissen-Erzeugung:
Instagram-Mamas mit drei perfekten Kindern, die nie Fernsehen schauen, immer brav aufessen und täglich mit kunstvollen Flechtfrisuren zur Schule gehen – persönlich von der makellosen Mutter gebracht. Dazu ein Ehemann, der aussieht wie Brad Pitt, CEO bei BMW ist und regelmäßig Rosen zum Valentinstag schenkt.

Und die Mama? Natürlich geschminkt, mit Nivea-Werbung-Teint, erfolgreich im Job, präsent bei den Kindern und in der Lage, täglich frisch zu kochen – ganz ohne Nanny oder Hilfe.


Die Realität sieht oft anders aus

Und dann gibt es Mamas wie mich. Ich besitze zwar auch einen Instagram-Account, aber meine Realität ist eine andere:
Ich habe seit der Geburt meines ersten Kindes kein Bügeleisen mehr in der Hand gehabt. Meine französischen Zöpfe enden in Tränen und Vogelnestern. Meine Kinder kommen grundsätzlich zu spät in den Kindergarten. Zum Geburtstag bekomme ich eine Mikrowelle geschenkt – und frage mich, wie in meinen Alltag überhaupt noch ein Job passen soll.

Nein, ich bin keine perfekte Influencer-Mama. Und genau das erzeugt – wie bei so vielen anderen Müttern auch – dieses ständige schlechte Gewissen im Mama-Alltag.


Authentizität oder Inszenierung?

Und selbst die scheinbar verständnisvollen Botschaften der Instagram-Mamas helfen kaum:
„Du musst nicht perfekt sein. Es ist okay, wenn du keine Zeit zum Kochen hast. Wir sitzen alle im selben Boot.“

Im Hintergrund sieht man ihre perfekt ausgeleuchtete Designerküche mit Thermomix, frischem Obst und einer Wohnung, die wirkt wie aus einem Interior-Magazin. Währenddessen denke ich an meinen chaotischen Esstisch und den heutigen Nachtisch: Schokokekse statt gesunder Mango-Smoothie.

Ich frage mich: Hat diese Frau mehr als 24 Stunden am Tag? Oder bin ich einfach inkompetent als Mutter, Hausfrau und Karrierefrau?


Kleine Momente, große Wirkung

Heute, nach einem weiteren chaotischen Nachmittag, stelle ich das aufgewärmte Essen von gestern auf den Tisch – zwischen Kinderbüchern und eingetrockneter Knete. Ich bringe meine Tochter ins Bett, ohne dass wir es geschafft hätten, Zähne zu putzen. Unsere Zahnbürsten-Schlacht im Bad endete mit Geschrei – und einer Milchflasche zur Versöhnung.

„Schlaf schön, ich liebe dich, mein Spatz“, sage ich.
Meine dreijährige Tochter sieht mich ernst an und antwortet:
„Ich liebe dich auch, Mama.“

Und in diesem Moment schmilzt mein schlechtes Gewissen als Mutter dahin. Vielleicht bin ich keine perfekte Mama – aber ich bin die perfekte Mama für meine Kinder. Und das zählt.

Fenjatla

Kurz und knapp: Mein Name ist Fenja, ich bin 25 Jahre alt, 1,56 groß/klein, blond, reiselustig und...naja..hier fängt die Reise auch schon an. Wenn du mehr über mich wissen möchtest dann bist du hiermit herzlich eingeladen meinen Blog zu lesen ;)

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