Ding doooong! Ding Dong. Diiiiiing Dong.
Oh toll, endlich ist der Pizzabote da, denke ich mir, und reiße unsere Haustür auf. Statt einem duftendem Pizzakarton auf zwei Beinen stehe ich zwei bewaffneten Kerlen mit Blaulichtsirenen im Hintergrund gegenüber. Seit wann ist denn Pizza austragen so gefährlich geworden dass man ein Maschinengewehr mit sich herumtragen muss, frage ich mich.
Schnell werde ich eines besseren belehrt: diese zwei Schränke sind leider keine Pizzaboten im Karnevalmodus, nein, das sind die Polizisten von der richtigen Sorte. Shit got serious!
Nach 20 Sekunden Schocküberwindung wird dann auch der Grund dieses besonderen Besuches klar: die liebevolle Aufmerksamkeit unserer Nachbarn.
Diese hatten anscheinend mehrere Tage lang beobachtet (ich wette die haben ein paar Fernrohre in peto), wie ich und meine Mitbewohner täglich ein und ausgegangen sind. In der blühenden Fantasie unsere lieben Nachbarn ging es natürlich nicht zum Supermarkt um die Ecke, nein, es ging direkt zur nächsten illegalen Coronaparty, in der wir brüderlich und schwesterlich Corona-Viren und Bierflaschen teilten und hustend und spuckend zu den neuesten Cumbia-Charts tanzten.
Lustig wärs, aber nein, wir waren und sind wirklich so langweilig und gehen zum Supermarkt um die Straßenecken….
Naja das hat den Nachbarn und Polizisten anscheinend nicht gereicht um endlich von unserer Haustür zu verschwinden. Also, was macht man in Argentinien nun, wenn die Polizei vor der Tür steht und sich einfach mit keiner vernünftigen Erklärung abspeisen lässt? Richtig, man drückt ihnen etwas in die Hand mit dem sie mehr anfangen können als mit Entschuldigungen und leeren Worten: nämlich Geld.
Nachdem Fernando Ihnen also ein paar 1.000 Pesos Scheinchen Taschengeld in die Hand gedrückt hat, rückten die zwei Schränke alias Polizisten endlich zufrieden ab. Peace Police! Wie einfach kann das Leben in einem korrupten Land sein wenn man etwas Geld hat!