Trilinguales Familienchaos

Parrapapapapapá papá papá

…Paparrá Paparrá Paparrá clack BUM!
Mit genau so einem Knall bin ich heute früh aus meinem Bett aufgeschreckt.
Mein Leben hier in Botafogo gleicht diesem Chart-Song aus den 90ern (Erinnert ihr euch?). Klingt zwar nach einem lustigen Gute-Laune Lied, aber wenn man sich die Lyrics mal genauer anschaut dann wird aus den bunten Konfetti und Diskokugeln ganz schnell eine Landschaft aus Drogen, Waffen und Favela.
Same her!
War ich gestern noch in dem Ausgehviertel Lapa um zu Funky und Reggaeton Musik zu tanzen, werde ich heute früh von Schüssen in der Nähe geweckt.
Dabei hatte ich mir meine Zeit in Rio dann doch etwas anders vorgestellt. Ich dachte da eher an Samba tanzen auf den Straßen, Caiprinha trinken in Ipanema und mir Abends in einer gutbesuchten Churrascaria den Bauch vollschlagen.
Zu 50 % stimmt diese Vorstellung  ja auch. Aber wirft man einen Blick über die Touristen- und Nobelviertel in der Südzone hinaus, ändert sich das Bild dann doch etwas.
Entlang der Berghänge am Stadtrand erstrecken sich dort wie eine Kletterpflanze die Armenviertel Rios. Favelas werden diese genannt; nicht nur Wohnstätte für die Ärmsten der Armen, sondern auch ein Schauplatz von Gewalt und Verbrechen, wie ich nun mit eigenen Augen/Ohren mitbekommen muss. An den Rändern der Favela Dona Marta, da wo ich wohne, gehören schwerbewaffnete Polizisten, die durch die Straßen patroullieren bereits zum Alltag.
Das Bild meines Hauses hat es seit meinem Einzug sogar schon in die Zeitung geschafft mit der Überschrift: „Schüsse in der pazifizierten Favela Dona Marta – Einwohner Botafogos in Angst“.
Ich wäre ja gerne auf andere Weise berühmt geworden, aber naja man darf sich als angehender Superstar nicht beklagen.
Warum genau ausgerechnet jetzt die Auseinandersetzungen wieder anfangen, muss ich noch genauer nachforschen, aber Fakt ist: Favela und Drogenkrieg gehören zu Rio wie Caipirinha und Samba.
Eine Stadt der Gegensätze- Nobelviertel neben Favela, Reich neben Arm, Karneval neben Krieg. Und die Leute hier leben damit. Manche mit mehr Angst, manche mit weniger, manche mit geradezu paranoischer Panik (wie unsere Putzfrau, die sich keine zwei Meter auf die Straße traut und sich nur noch mit Taxi fortbewegt)
Ich gehöre dann doch eher zu der Fraktion die das alles total spannend findet, obwohl meine Arbeitskollegen mir zu einer etwas gesünderen Portion Misstrauen raten und mich am liebsten etwas weiter weg von der Favela wohnen sehen würden.
Aber ich sehe dann doch lieber das Rio, wie es die Reisekataloge von TUI und die Strandbilder auf Trip Advisor versprechen.
Und selbst wenn das paradiesische Katalog-Gesicht Rios seine Schönheitsmakel zu haben scheint, hält es mich nicht davon ab heute Abend auf die stadtbekannte Pedra do Sal zu gehen und bei Caipirinha guten Sambarythmen zu lauschen.

Fenjatla

Kurz und knapp: Mein Name ist Fenja, ich bin 25 Jahre alt, 1,56 groß/klein, blond, reiselustig und...naja..hier fängt die Reise auch schon an. Wenn du mehr über mich wissen möchtest dann bist du hiermit herzlich eingeladen meinen Blog zu lesen ;)

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